Enterprise oder JEDI? Christian Müller wird Chief Customer Success Officer @Pokeshot

Juli 11, 2018
Ein Interview von Sandra Brückner, Angestellte bei Pokeshot, mit Christian Müller.
Christian Müller
Christian Müller
Sandra:
Hallo Christian. Seit mehr als 10 Jahren bist Du im digitalen Trainingsumfeld und vorher bereits mit analogem Training unterwegs. Du hast Methoden wie Adventure-based Learning und Story-based Learning erfolgreich im Mittelstand und bei großen Kunden etabliert und auch Awards gewonnen. Warum jetzt Pokeshot?
Christian:
Die Frage ist nicht nur: „Warum Pokeshot“, sondern auch „Warum sich anderen Formen des Workplace Learnings zuwenden?“. Über die Jahre haben sich Kunden meiner vorherigen Firma immer wieder für verschiedene Formen des strukturierten digitalen Lernens entschieden. Das Ganze war auch mit einem spielerischen und interaktiven Ansatz sehr erfolgreich und ist es noch. Jedoch macht es nur 10% dessen aus, was heute im Workplace Learning gebraucht wird und zum Erfolg führt.
Sandra:
OK. Wie steht das mit den 10% jetzt genau in Verbindung mit meiner ersten Frage?
Christian:
Strukturiertes Lernen deckt nur 10% dessen ab, was Knowledge Worker heute brauchen, um mit der Informationsflut und dem Anstieg der Nicht-Routine-Arbeiten umgehen zu können.
Sandra:
OK. Also beziehst Du Dich auf die 70% und 20% der 70:20:10 Methode von Charles Jennings.
Christian:
Genau. Die Geister streiten sich zwar, ob Charles es erfunden hat, aber er ist aktuell der, der mit dem 702010 Institute das Thema immer wieder den Firmen und dem Markt ins Gedächtnis ruft und ein „JEDI“ ist, der das klassische Trainieren, bekämpft. Trainieren und Lernen sind jedoch nicht das Gleiche.
Sandra:
Das hört sich ja fast an, also ob Du das Alte, was Du einmal Kunden empfohlen hast und entsprechend beraten hast, nicht mehr für richtig hältst?
Christian:
Das würde ich so pauschal nicht sagen. Motivierende und auf Konstruktivismus aufgebaute strukturierte digitale Trainings sind nicht nur gut, sondern wirken auch. Sie wirken nur oft nicht lange und auch nicht am Workplace. Dazu kommt, dass diese meist im LMS schwer zu erreichen und komplett von dem wirklichen Arbeiten entkoppelt sind.
Sandra:
OK, vielleicht nicht für jeden, der nicht im Thema „Learning“ drinsteckt, gleich greifbar, aber es scheint logisch, dass „Learning by doing“ und dort wo es gebraucht wird, Sinn macht. Es geht also um die „Neue Welt des Lernens“ bzw. das Bekämpfen von alten Top-Down-Strukturen. Bist Du nun eher ein Mitglied des Raumschiffes Enterprise, um neue Welten zu erforschen oder ein JEDI, der die dunkle Seite der Macht bekämpft?
Christian:
Irgendwie beides. Mit der Enterprise kann man vergleichen, dass ich den Wunsch habe, immer Neues zu erforschen. Das reizt mich und irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden, das mit Kunden und dem Markt zu entwickeln. Dabei schaue ich mir die Entwicklung am Arbeitsplatz an und entwickle mit Kunden, dem Markt, Kollegen und Pokeshot Lösungen, die das Problem des Informationsüberflusses und dem Umgang mit der fallenden Routinearbeit lösen. Mit den JEDI vereint mich der Wunsch nicht einfach alte Top-Down-Strukturen zu akzeptieren.
Sandra:
OK. Soweit verstanden. Aber jetzt nochmal zurück: Warum jetzt Pokeshot?
Christian:
Ich habe Pokeshot als Partner meiner vorherigen Firma vor über 2 Jahren kennengelernt. Das Social Learning Produkt SmarterPath hat mich aufgrund seiner Flexibilität und Vereinfachung von Lernen in Enterprise Social Networks absolut überzeugt. Es managed und fördert also neben den 10% strukturiertem Lernen, direkt eingebettet in die Enterprise Social Networks und dem täglichen Arbeiten der Mitarbeiter, auch noch die 20%, oder bei Wissensarbeitern aus meiner Sicht sogar mehr Prozent, des voneinander Lernens, ab. Diskussionen und Austausch wird gefördert und trägt so zur Performanz bei.
Sandra:
OK, verstehe. Aber warum dann erst jetzt mitmachen und fehlen da nicht noch die 70% des experimentellen, also arbeitsintegriertem Lernen?
Christian:
Erstens war SmarterPath bis September 2017 nur auf JIVE verfügbar und somit sehr limitiert. Heute läuft es voll integriert auf Office 365, unterstützt dabei die Transformation von alten Office Umgebungen in die neue Welt und ermöglicht darüber hinaus mehr Menschen und Firmen, gerade auch im Mittelstand, den Einsatz des Systems. Dazu unterstützt es jetzt auch einen Teil des 70% Erfahrungslernens, da es voll prozess-integriert funktioniert. Es bettet Office 365 Funktionen und nicht nur Inhalte so ein, dass es das arbeitsintegrierte Performanz-Learning in Office 365 unterstützt. Sich auf weiteren ESN Plattformen zu integrieren ist geplant, ebenso wie weitere Workplace Performance APPs für noch mehr adhoc Informationen und Performance-Support.
Sandra:
SmarterPath ist schon ein cooles Produkt. Aber das sagt ja noch nichts über die Firma Pokeshot aus.
Christian:
Das stimmt. Was ich an Pokeshot echt toll finde und mich daher sehr gerne hier engagiere, ist die unglaubliche Kreativität und der Tatendrang der oft jungen Mitarbeiter. Nun bin ich ja mal im Schnitt 20 Jahre älter als die meisten im Unternehmen, sieht man mal von der Geschäftsleitung ab. Es ist einfach erfrischend, moderne New-Work- und Leadership-Methoden aktiv leben zu können. Eine offene Feedback-Kultur und auch eine dementsprechende Dynamik sind einfach eine klasse Grundlage für die nächsten 10+ Jahre, die ich gerne dazu beitragen möchte, dass die Kunden von Pokeshot erfolgreich sind. Ausserdem entspricht das Engagement voll meinen „Big Five for Life“.
Sandra:
Big Five for Life? “Sandra“ bittet um Erklärung, um es mit den Worten von Sargent Kronauer aus Good Morning Vietnam auszudrücken.
Christian:
Auch hier würde es den Rahmen sprengen, aber ich kann nur raten das Buch von John Streletzki „The Big Five for Life“ einmal zu lesen. Es geht darum, wie man seinen eigenen Zweck der Existenz mit der Firma, für die man arbeitet, synchronisiert. Und es enthält noch viel, viel mehr wirklich praktische und einfache Tipps, wie MMB Meetings, mit dem Fokus „make me better“, also nicht sich gegenseitig in Frage zu stellen, sondern sich zu helfen Ideen und Vorschläge besser zu machen. So habe ich meine Einstellung von einer Work-Life-Balance, zu einer integrierten „Work is part of my life and life is part of my work“ verändert. Nicht gezwungenermaßen, sondern weil es mir Spaß macht.
Sandra:
Ok. Letzte Frage. Was macht so ein „Chief Customer Success Officer”? Der Titel ist ja nicht unbedingt geläufig in Deutschland.
Christian:
Stephan Müller-Ziebur, Gründer und CEO der Pokeshot, hat mir vorgeschlagen, diese Position zu übernehmen und auch den Titel, da man dort dafür sorgen kann, dass die Kunden erfolgreich werden; also „Customer Success“.  Es vereint sowohl die Teamleitung von der Lösungsentwicklung, also APPs und Services mit dem GoToMarket, also Marketing und Vertrieb.
Sandra:
Heißt das, dass Du mit der vorherigen Firma, den Kunden und auch Deiner Beratungsfunktion nichts mehr zu tun hast?
Christian:
Überhaupt nicht. Es ist immer noch meine Leidenschaft, möglichst viel direkt beim Kunden zu sein und dort Lösungen zu erarbeiten, die die bereits vorher erwähnten Herausforderungen meistern. Unter dem Strich empfehle ich Kunden nur Lösungen und Methoden, die auch auf die Personas passen und die Herausforderungen lösen. Und das kann vieles sein.
Sandra:
Danke für das Gespräch.
Christian:
Danke Dir.

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