Die vier Schritte des Content Upcycling

September 5, 2017

Wir leben in einer wunderbaren Welt. Viele Unternehmen, die ich kenne setzen verschiedene Tools ein, um Mitarbeitern in ihrer Arbeitsweise zu unterstützen. Insbesondere in stark wissenszentrierten Branchen bieten so genannte ESN (Enterprise Social Networks) die Möglichkeit alles zu teilen, was geteilt werden muss.

Jedoch sehe ich in diesen wissenzentrierten Branchen auch das Risiko, dass Mitarbeiter einer täglichen Flut an Informationen begegnen. Nur Informationen, kein wertbringender Content. Je größer eine Community (z.B. Jive oder O365)  ist und je länger sie existiert, desto schwieriger ist es einen Überblick über ein bestimmtes Thema zu erhalten. So liegen Informationen in Gruppen, Teamsites und OneDrive Dokumenten, in E-Mails ja sogar in Nachrichten und Streams. Und natürlich in den Köpfen der Mitarbeiter.

Mitarbeiter und Management brauchen einen Weg diese Informationen zu extrahieren und durch einen Upcycling Prozess wertzusteigern. Das Ziel ist es, kluge Pfade („smarter Paths“) durch diesen Wald an Informationen zu generieren und diejenigen herauszufiltern, die wichtig und hilfreich für andere Kollegen sind. In meinen Augen ist nur werthaltiger Content vorteilhaft.

 

Was bedeutet „werthaltiger Content“ und warum sollten Unternehmen darüber nachdenken?

Dazu würde ich mich gern aus der Terminologie des Content Marketing bedienen:

„Es ist unvermeidlich, dass das Wort  ‚Wert‘ immer etwas anderes für unterschiedliche Menschen bedeuten wird. Dies hängt davon ab, wo auf ihrer Reise sich ihre Zuhörer befinden. Aber die Wörter relevant, konsistent, ansprechend, glaubwürdig, nutzbringend und authentisch bedeuten für alle das Gleiche.“ (Quelle Überflip)

In meinen Augen passt diese Definition von Überflip sehr gut, da der Autor darüber nachgedacht hat, was „Wert“  i.S. eines werthaltigen Content, eigentlich bedeutet. Weiterhin fragt er:

  • Relevant – ist es das richtige für ihre Zielgruppe?
  • Konsistent – Ist es mit den Vorstellungen ihrer Zielgruppe vereinbar?
  • Ansprechend – Ist es überhaupt eine angenehme Erfahrung?
  • Glaubwürdig – Ist es glaubhaft?
  • Nutzbringend – Bringt es der Zielgruppe einen Nutzen?
  • Authentisch – Zeigt es, dass der Autor menschlich ist?

Ich bin nicht naiv. Mir ist sehr wohl bewusst, dass Mitarbeiter oftmals keine Zeit haben über diese Anforderungen während ihres täglichen Doings und der Erstellung von Informationen nachzudenken. Oftmals ist es auch nicht notwendig. Jedoch ist es in meinen Augen die Aufgabe des Unternehmens werthaltigen Content anzubieten. Sie möchten ja auch, dass ihre Mitarbeiter voneinander, miteinander lernen und das Wissen zur Verfügung haben, wann immer sie es benötigen. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern und Partnern deshalb einfach zu erstellende und zu findende intelligente Pfade („smarter paths“) zur Verfügung stellen, um die Flut an Informationen einzudemmen.

 

Die vier Schritte des Content Upcycling

Unternehmen sollten deshalb über die folgenden vier Schritte nachdenken, um besseren und werthaltigeren Content zu haben:

  • Content extrahieren: Bevor ich über das Upcycling spreche sollten sich Unternehmen fragen: „Haben wir wirklich alles Wissen, was wir brauchen verfügbar gemacht?“  Obwohl Menschen die Möglichkeit haben Informationen und Wissen zu teilen, manchmal machen sie es einfach nicht. Sie wollen es ggf. nicht, sie können es nicht oder sie haben es schlicht vergessen. Barrieren sind hier vielfältig. Besonders brisant ist dieses Thema, wenn Mitarbeiter die Firma verlassen. Meist sind sie hier nicht mehr gewillt ihr Wissen umfangreich zu teilen. Die gleiche Situation haben Unternehmen bei dem Mitarbeiter in Rente gehen.
  • Content konservieren: Das gesprochene Wort hat eine geringe Haltbarkeitszeit. Im Falle eines News-Streams und Messaging Dienstes ist diese schon ein wenig länger, aber nicht viel. Unternehmen müssen eine Möglichkeit finden das Wissen und alle relevanten Information so zu konservieren, dass die nachhaltig auch noch für längere Zeit zur Verfügung stehen.
  • Content Upcycling: Über die Laufzeit einer Community wird immer mehr Content in verschiedenen Formaten erstellt. Deshalb sollte es das Ziel jedes Unternehmens sein diesen Content zu nehmen und mit „Wert“ anzureichern“. Das heißt ihn relevant, konsistent, ansprechend, glaubwürdig, nutzbringend und authentisch für eine Vielzahl der Mitarbeiter zu machen.
  • Content veröffentlichen: Diesen werthaltigen Content muss anschließend mit den Mitarbeitern geteilt werden um die richtige Zielgruppe zu erreichen. Unternehmen sollten darüber nachdenken, welcher Content für welche Zielgruppe relevant ist und in weitere Funktionalitäten wie eine angemessene Such-Optimieren investieren.

Der Content Upcycling Prozess (Pokeshot 2017)

 

Was bedeutet Content Upcycling genau?

Die Frage, wie man das Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiter bekommt, ist schwierig zu beantworten und wird in einem so kurzen Blogbeitrag keine zufriedenstellende Antwort finden. Vielmehr will ich mich damit beschäftigen, wie Unternehmen die Informationen, die bereits im Unternehmen da sind und in Chats, Streams, Dokuments, Teamsites lauern aufwerten und verteilen können. Vor dem Upcycling kann der Content kann folgende Ausprägungen haben:

  • Der Content ist bereits sehr wertvoll für eine Vielzahl von Mitarbeiter
  • Der Content ist nur für eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern wertvoll
  • Der Content ist wertvoll aber nicht alle können ihn lesen (z.B. durch Sprachbarrieren)
  • Der Content ist wertvoll aber in einem ungünstigen Format oder ist schwer zu erreichen
  • Der Content ist für die meisten Mitarbeiter nicht wertvoll

Der Content „Up-Cycler“ sollte deshalb über folgendes nachdenken:

  • Kann ich den Content so nehmen oder muss ich ihn umstrukturieren/umschreiben/zusammenfassen (z.B. in einem Blog post)?
  • Muss ich das Format ändern, damit mehr Menschen ihn verstehen (z.B. ein Video daraus machen)?
  • Kann ich durch andere Formate meinen Content anreichern (z.B. Profile von Mitarbeitern, Externe Seiten, Quizze)?
  • Wie kann ich den Content in intelligenten Pfaden („smarter Paths“) darstellen, sodass Menschen ihn verstehen und alle informationen erhalten, die sie benötigen?
  • Welchen Content muss ich weglassen, da er keinen Wert hat?

Was ich den Unternehmen gern mit auf den Weg geben würde: Nicht jede Art Content muss neu aufbereitet und gestaltet werden. Mit den Richtigen Werkzeugen (Tools) ist es möglich, existieren Content aus der Community (Jive, O365) zu nehmen und in intelligenten Pfaden aufzubereiten. Auch muss es nicht immer die HR Abteilung sein, deren es obliegt, Wissen im Unternehmen bereitzustellen. Jeder Mitarbeiter sollte in der Lage sein Wissen zu einem bestimmten Thema aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen.

 

Zusammenfassung

Unternehmen sollten es schaffen Content so anzureichern und in intelligenten Pfaden aufzuarbeiten, dass er wertvoll für die meisten Mitarbeiter ist. Ebenfalls kann dadurch die Flut an Informationen reduziert werden, deren Mitarbeiter sich täglich gegenüber sehen, genauso wie Suchzeiten und die Frustration nicht das Richtige zu finden. Weiterhin denke ich, dass durch werthaltigen Content Menschen schneller und effizienter lernen können. Werthaltiger Content, welcher einfach zu finden und angereichert durch persönliche Erfahrungen ist, kann Menschen helfen einen Thema besser zu verstehen, schneller zu lernen und schnellstmöglich anzuwenden. Dies ist nicht nur effektiver, sondern aus lange Sicht auch nachhaltiger!

 

Über den Autor

Sandra Brückner hat Wirtschaftsinformatik and der Technischen Universität in Dresden studiert. Sie arbeitet seit 2012 als Social Business Consultant, ist seit Januar 2014 bei der Pokeshot und seit über zwei Jahren Chief Product Officer für alle Social Business Anwendungen.

 

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Ein Gedanke zu „Die vier Schritte des Content Upcycling“

  1. Hallo Sandra,

    ich denke darüber nach Smarter Path bei uns (TSI; Communties of Practices) einzusetzen.
    Wir arbeiten aktuell mit YAM (You and Me).
    Ist Smarter Path etwas, was auf Jive laufen kann und können diese Daten übernommen werden ?

    Viele Grüße — Michael

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