#1 Online Lernen – Warum reden alle darüber?

April 13, 2017

Diese Blogserie beschäftigt sich damit, wie wir lernen, wie das Internet die Bandbreite an Möglichkeiten verändert hat und welche Trends im Bereich „learning“ zurzeit aktuell sind.

Der erste Artikel behandelt relevante Terminologie, also jene Worte, die man braucht, um sich in der Welt des e-Learnings zurecht zu finden und soll ein bisschen Klarheit in einen Begriffskuddelmuddel bringen: Was steckt eigentlich hinter all diesen fancy Wörtern? Der zweite Artikel geht auf Nutzungsszenarien von e-Learning ein und welches Lernformat für welche Zwecke am besten geeignet ist. Der dritte und letzte Artikel dieser Serie beleuchtet einen weiteren Trend, der zurzeit in aller Munde ist: Social Learning.

Sorry, schon wieder eines dieser fancy Wörter – lassen Sie uns von vorne beginnen.

Seit den 90er Jahren, wo das Internet einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ist viel passiert. Obwohl das erst rund 25 Jahre zurückliegt, hat es sich exponentiell entwickelt: von einem Werkzeug, das nur einigen Wenigen vorenthalten ist hin zu einem, das an den entlegensten Orten der Welt verfügbar ist. Es ist zu einer riesigen Ressource für Inhalte geworden, einfache Wege, sich mit Freunden und Kollegen weltweit zu verbinden und nicht zuletzt hat es neue Möglichkeiten der Kommunikation und des Lernens mit sich gebracht.

Online Lernen liegt im Trend, es ist „in“, Teil einer neuen, digitalisierten Zeit. Aber was steckt wirklich dahinter, worüber reden wir überhaupt, wenn wir den Begriff „Online lernen“ in den Mund nehmen? Sollten wir uns diesen Trend genauer anschauen oder handelt es sich lediglich um einen Hype, der bald wieder abklingen wird?  Um diese Fragen zu beantworten und herauszufinden, ob „dieser Hype“ für uns relevant werden könnte, müssen wir zunächst spezifizieren, was es eigentlich ist, was wir meinen, wenn wir den Begriff „online learning“ verwenden.

auf Facebook teilen | auf Twitter teilen | auf LinkedIn teilen | auf Pinterest teilen

Was brauchen wir, um mitreden zu können?

Es gibt mehrere Begriffe, die wir unterscheiden müssen in der Welt des Online-Lernens, um zu verstehen, worüber wir sprechen. Es gibt zum einen Szenarien, wo Lernenden und Trainer zur gleichen Zeit miteinander interagieren (z.B. in Seminaren, die online Version davon nennen wir „Webinare“) und zum anderen Szenarien, wo Inhalte vorproduziert von Trainern zur Verfügung gestellt werden und von Lernenden zu einem anderen Zeitpunkt konsumiert werden.

 

Was beinhalten diese beiden Szenarien? Welche Begriffe muss ich kennen?

Schauen wir uns den Unterschied zwischen live Trainings und on-demand Trainings doch einmal genauer an:

Live Trainings (zur gleichen Zeit) On-demand Trainings (zu einem anderen Zeitpunkt)
Trainerin oder Trainer ModeratorIn, ReferentIn, DozentIn, KursleiterIn,.. Lehrbuchentwickler, Materialentwickler
Input Vorbereitet und vermittelt durch Trainerin
  • Von Materialentwicklern erstellte Inhalte
  • Bereits existierende Inhalte: Youtube/Vimeo videos, Zeitungsartikel, Infografiken, Podcasts,..
Begriffe
  • Moderiertes, web-basiertes Training (mWBT)
  • Instructor-led Training (ILTs)
  • Seminare
  • Online Seminare
  • Webinare
  • Virtuelles Klassenzimmer Training
  • Web-basiertes Training (WBT)
  • Web-basiertes Videotraining (WBVT)
  • On-demand Training
Aktivierung von neuem Input
  • Wiederholungen durch TrainerIn
  • Aktivitäten; durch TrainerIn motiviert
  • Wiederholungen innerhalb des Lernpfads; Verwendung von verschiedenen Formen von Input, um mehrere Lerntypen anzusprechen
  • Quizzes: Multiple Choice, Matching, Drag&Drop, Lückentext,..
Motivation
  • TrainerIn
  • Richtige Antworten bei Aktivitäten
  • Interaktion mit anderen Lernenden
  • Gamification Elemente: Punkte sammeln, Wettbewerbende mit anderen Lernenden, etc.
  • Richtige Antworten in Quizzes

Für live Trainings brauchen wir eine Moderatorin oder einen Moderator, jemand, der die Session moderiert. Auf Englisch ist hier der Begriff „instructor“ gebräuchlich, weshalb man ein moderiertes Training auf Englisch auch als „instructor-led training“ (ILT) bezeichnet. Findet das live Training online statt, so sprechen wir von „Webinaren“. Befinden sich alle Beteiligten eines Trainings in einem Raum, so spricht man meistens von einem Seminar oder einem Workshop. Eine weitere Möglichkeit ist das „virtuelle Klassenzimmer“: in diesem Szenario werden Lernende und Trainer in einem virtuellen Raum miteinander verbunden, wo sie sich gegenseitig über eine Webcam sehen können, miteinander durch Headset und/oder Chat kommunizieren können und durch Screensharing oder Hochladen von Dokumenten das gleiche sehen können.

Ein Vorteil dieses Lernszenarios ist die Möglichkeit, Fragen zu stellen und direktes Feedback von den jeweiligen Trainern zu bekommen. Außerdem kann der Lernpfad während des Trainings flexibel angepasst werden und offene, kreative Tätigkeiten wie beispielsweise Brainstorming sind nur dann möglich, wenn ein Training live stattfindet.

Einer der Nachteile ist der Mangel an Flexibilität in der Geschwindigkeit des Trainings: das Gefühl, in einem Seminar „festzustecken“, weil wir mit den Inhalten bereits vertraut sind ist eines, das wir bestimmt alle kennen. Auf der anderen Seite, wenn uns Wissen fehlt, das wir bräuchten, um einem Training folgen zu können, sind wir leicht frustriert und nicht immer ist die Zeit da, sich den Bedürfnissen aller Lernenden widmen zu können.

Der Vorteil von on-demand Trainings ist, dass Lernende die Inhalte zu jeder beliebigen Zeit und in ihrer gewünschten Geschwindigkeit konsumieren können. Das Training muss also im Vorhinein entwickelt werden. Es gibt mehrere Formen von on-demand Trainings: sie können aus verschiedensten Arten von Inhalten bestehen (Videos, Text, Bilder, Audio, …) die entweder für das Training produziert wurden oder aber die bereits an anderen Stellen existierten (wie beispielsweise ein Video von YouTube/Vimeo oder Inhalte aus dem Intranet Ihres Unternehmens) und sie können auch Quizze beinhalten (Multiple Choice, Matching, Lückentext, etc.) welche nicht nur den Lernfortschritt messen aber auch helfen, neues Wissen zu aktivieren.

Szenarien-basierte Quizzes und Verständnisfragen sind beispielsweise spezifische Wege, Lernende mit den Inhalten interagieren zu lassen und ihnen die Anwendung neu gewonnener Kenntnisse zu ermöglichen. In letzter Zeit haben Gamification-Elemente zunehmend an Bedeutung gewonnen, was bedeutet, dass die Lernenden Punkte für verschiedenste Errungenschaften sammeln können und sich so mit ihren Kolleginnen und Kollegen in einem Ranking messen können.

Mit Sicherheit sind Sie manchen von diesen Szenarien bereits begegnet: Welche fallen Ihnen ein? Haben Sie selbst Online Lernen bereits ausprobiert and falls ja, welche Szenarien? Bitte teilen Sie Ihre Erfahrungen und Empfehlungen. Wir freuen uns auf Ihre Gedanken in den Kommentaren.

Im nächsten Teil unserer Serie werden wir einen Blick darauf werfen, welche Formate für welche Bedürfnisse geeignet sind.

Die Autorin

Kerstin Schachinger unterstützt das Team von Pokeshot als Workplace Learning Beraterin. Ihre Erfahrungen als Trainerin in der Erwachsenenbildung und im Unternehmensbereich in Wien und Berlin kombiniert sie mit ihrer Liebe zur Contenterstellung, um zu den Themen Instructional Design, sowie Workshop- und Webinarmoderation zu beraten. Ihren linguistischen Hintergrund setzt sie zur Aufbereitung von komplexen Informationen in einfache Kommunikationshäppchen ein, um eine große Varietät an Zielgruppen bei der Gestaltung von effektivem Wissensmanagement zu unterstützen.

 

 

Verbinden Sie sich mit uns auf facebook | twitter | LinkedIn | YouTube – so bleiben Sie informiert!

Ein Gedanke zu „#1 Online Lernen – Warum reden alle darüber?“

  1. Guten Abend Frau Schachinger,

    bin gerade heraus aus dem Chat in der Seminargemeinschaft SGD Darmstadt., Wissensmanager (IHK).
    – Lernen mit Studienheften, gedruckt erhalten oder online lesen, Lernportal
    – orts- und zeitunabhängig, ja
    – Präsenz-Seminare 1 und 2
    – Chat mit wunden Fingern jeden Dienstag
    – Einsendeaufgaben im Portal abholen, ausfüllen, hochladen
    – keine Webinare
    – keine Webcam
    – ansonsten, die Tools, die man selbst besitzt und beherrscht: OneNote, Mind Manager, Office, Browser-Favoriten, „strukturierte Fileablage“
    – wenn ich feststecke, dumm gelaufen, sende separate Mail an den Tutor oder wechselnden Fachleherer

    Warum http://www.gfwm.de – bin Mitglied und kenne viele Österreicher von Linz bis Eisenstadt
    Bin dort zu finden, unter gkc17 – Impressionen vom Event.

Schreibe einen Kommentar zu Andreas Wittwer Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.