WAS BIETET REVERSE MENTORING DEN MENTEES UND MENTOREN?

Juni 27, 2018

In den vorherigen Artikeln haben wir uns angeschaut, was Reverse Mentoring ist und in welchen Ausprägungen es im eigenen Unternehmen zur Anwendung kommen kann. Werfen wir daher abschließend einen Blick auf die Anreize und den Nutzen, welcher für die Teilnehmer von entscheidender Bedeutung ist, um sich freiwillig dem Programm zu widmen.

Zunächst bietet Reverse Mentoring ein vertrauensvolles und wertschätzendes Arbeitsklima, macht Spaß und wird vor allem als wertvolle und sehr effiziente Art des Lernens wahrgenommen. Führungskräfte profitieren nicht nur von den Erfahrungen der Mentoren, es bietet sich vielmehr die Chance zu erkennen, wie die Generation Y denkt und handelt und im privaten Alltag mit Social Media umgeht. Das wiederum versetzt die Führungskraft in die Lage, das eigene Rollenverständnis samt Arbeitsumfeld zu reflektieren.

Werfen wir dazu einen genaueren Blick auf das Feedback der Teilnehmer, indem die wichtigsten Anreize sowohl auf Mentee als auch auf Mentoren Seite knapp beschrieben werden.

ANREIZE UND NUTZEN FÜR DIE MENTEES (FÜHRUNGSKRÄFTE)

Die individuelle Anpassbarkeit der Session-Themen sowie die Flexibilität des gesamten Programmablaufs, werden von den Mentees als besondere Stärke gesehen. Geschätzt wird vor allem der individuelle Ansatz, der die Möglichkeit bietet, eigene Themen und Interessen einzubringen:

Inhaltliche Flexibilität
Die Inhalte der einzelnen Treffen sind auf den persönlichen Bedarf, die Interessen und die Vorkenntnisse der jeweiligen Führungskraft maßgeschneidert und können so ohne Leerlauf wesentlich intensiver durchgearbeitet werden. Es bietet sich die Gelegenheit den Digital Workplace samt möglichen Einsatzfeldern in der Theorie erstmal besser zu verstehen und sich mit den Begrifflichkeiten vertraut zu machen. Dabei lässt sich ein Blick auf verschiedene externe und interne Social Media-Werkzeuge werfen und eigene praktische Erfahrungen im Umgang mit den Tools durch Ausprobieren sammeln.

Zeitliche Flexibilität
Führungskräfte schätzen die Möglichkeit, Termine mit ihrem Mentor individuell festzulegen und bei notwendigen Absagen die Termine neu anzusetzen. Die zeitliche Staffelung der Treffen sowie die Möglichkeit den Programmablauf flexibel zu gestalten wird ebenfalls positiv bewertet. So kann bei Bedarf nochmal auf frühere Termine eingegangen werden. Selbst die Vorgesetzten der Mentoren schätzen den Aufwand vergleichsweise gering ein, so dass dieser gut mit dem Tagesgeschäft vereinbar ist.

1:1-Lernsituation
Die Führungskraft kann dem Mentor bei den gemeinsamen Treffen spezifische und individuelle Fragen stellen, die sie so in einem Seminar oder Webinar möglicherweise nicht stellen wird. Damit ist bei auftretenden Hindernissen in der Nutzung von Social Media-Werkzeugen Unterstützung gewährleistet, was die Hemmschwelle für die Führungskraft erheblich senkt, sich selber auszuprobieren.

Fragen und Ausprobieren
Als besonders positiv bewerten Führungskräfte die Gelegenheit selbst an den PC gehen und direkt loslegen zu können. Das ermöglicht eine deutlich intensivere und kritischere Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen. Gerade für ältere Führungskräfte ab 40+ bietet Reverse Mentoring damit einen ideal geschützten Raum, um von den Erfahrungen der Mentoren im Umgang mit Social Media Tools zu profitieren.

Sinnvoll investierte Zeit
Durch Reverse Mentoring können Themen viel intensiver angegangen werden, als sich das nötige Wissen auf anderer Art selber anzueignen. Um Themen abzurunden, können Sessions auch zeitlich ausgedehnt oder zusätzliche Termine vereinbart werden. Viele Führungskräfte wünschen sich aber sie hätten nach wie vor mehr Zeit, um im Nachgang der Sessions das Gelernte selbst auszuprobieren und nachzubereiten.

Perspektivenwechsel
Reverse Mentoring bietet die Chance, mit einer ganz anderen Generation, über die Hierarchie hinweg, ins Gespräch zu kommen. Für Führungskräfte ist dabei von Bedeutung zu erfahren, wie junge Mitarbeiter die Social Media-Welt nutzen, um sich anschließend gemeinsam über sinnvolle Einsatzmöglichkeiten aus beruflicher Perspektive auszutauschen.

Alle diese genannten Anreize führen dazu, dass die Zusammenarbeit mit dem Mentor, von den Führungskräften insgesamt als effektiv und belebend wahrgenommen wird.

ANREIZE UND NUTZEN FÜR DIE MENTOREN (DIGITAL NATIVES)

Kompetenzentwicklung
Mentoren erweitern mit Hilfe von Reverse Mentoring ihren persönlichen und fachlichen Horizont. Durch intensive und systematische Beschäftigung mit Inhalten während der Vorbereitung, erweitern sich die Kenntnisse digitaler Themen, des eigenen Unternehmens, sowie dessen Digitalisierungs- Aktivitäten. Zudem erhalten Mentoren das positive Gefühl einem Entscheidungsträger zu helfen und damit auch das eigene Unternehmen ein Stück weit persönlich voran zu bringen.

Rollenverständnis
Die Mentoren lernen viel über die eigene Rolle im Unternehmen und den Umgang, samt Gesprächsführung, mit einer Führungskraft. Gleichzeitig erhalten sie Gelegenheit, mehr über die Rolle der Führungskraft zu erfahren. Auf diese Art erlangen Mentoren auch Kenntnis darüber, welche Überlegungen eine Führungskraft in einem Thema wie Social Business anstellt und welche Schwerpunkte sie für sich selber setzt. Durch die jeweilige Generationenperspektive entsteht so insgesamt ein viel besserer Gesamteindruck über das Thema Digital Workplace Collaboration bzw. der Digitalisierung im Allgemeinen.

Netzwerkerweiterung
Die Mentoren erweitern ihr eigenes berufliches Netzwerk, einerseits über die Vernetzung mit anderen Mentoren in einer Mentoren-Community, aber auch über die Führungskraft selbst.

WOVON PROFITIERT DAS GESAMTE UNTERNEHMEN?

Durch bilaterale Lerneffekte entsteht eine echte Win-Win-Win Situation, die dem Unternehmen die Chance bietet, den erreichten Transfererfolg nachhaltig zu sichern:

Mentorenpool
Der Pool an Mentoren ist für das Unternehmen im Hinblick auf die Durchführung weiterer Programmdurchläufe von hohem Wert. Daher sollte für die Mentoren eine Zukunftsperspektive entwickelt werden. Die Mentoren können mit ihrem Spezialwissen bspw. als Ansprechpartner im Unternehmen für digitale Themen agieren. In einer weitergehenden Perspektive kann geprüft werden, ob die Mentoren-Community als Dialogplattform in Richtung des Change Management (z.B. Einstieg in ein Ambassador-Programm) ausgebaut werden kann.

Nachhaltigkeit
Der Transfererfolg wird im Vergleich zu einer Schulung höher eingeschätzt und die gelernten Inhalte werden als gute Basis angesehen um zukünftig als Multiplikator im Unternehmen wirken zu können. Der direkte Austausch mit dem Mentor/der Mentorin ermöglicht die Lerninhalte in einer Intensität zu behandeln, die durch kein gängiges Format der Qualifizierung bzw. Instrument der Personalentwicklung zu erreichen ist. Die Zukunft des Unternehmens wird mitgestaltet und der nötige Kulturwandel unterstützt. Damit ist das Programm sowohl fachlich als auch persönlich von Nutzen und bietet Erfahrungen die man sonst nicht oft bekommt.

Nicht zuletzte aufgrund der genannten Anreize auf beiden Seiten, bietet Reverse Mentoring insgesamt eine gute Möglichkeit das Thema Digital Workplace und andere digitale Aspekte, über die Führungskräfte in der Organisation zu etablieren.

 

 

Über den Autor

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Milos Vujnovic, der an der Universität Stuttgart technisch orientierte Betriebswirtschaftslehre studiert hat, arbeitet seit 2010 als Social Business Berater. Im September 2016 wechselte er zum Berliner Social Business Beratungs- und Technologieanbieter Pokeshot, wo er sich mit seiner umfangreichen Expertise bezüglich Social Collaboration und User Adoption einbringt. Er berät dabei Unternehmen bei der Optimierung ihrer Change Management Maßnahmen sowie der Befähigung zur Nutzung von Social Collaboration Anwendungen und Praktiken. Zudem ist er verantwortlich für die Konzeption und Durchführung von Reverse-Mentoring-Programmen für Führungskräfte, um diese in digitaler Führung fit zu machen. Er besitzt außerdem umfangreiche Kenntnisse über verschiedenste Studien zum aktuellen Stand von Social Business.

 

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