Die Masse der Informationen, der Outcome und das Problem dahinter

April 18, 2018

In letzter Zeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Wissensmanagement beschäftigt. Neben den Beiträgen zum Thema Content „Upcycling“ und „Wissen sichtbar machen“ ist dieser Beitrag der dritte in dieser Reihe.

 

Worum geht es?

Denken wir über Wissensmanagement und „Wissen“ im Allgemeinen nach, so geht es nicht um etwas, das wir „haben“:  schließlich können wir Wissen gar nicht besitzen und somit können wir es auch schlecht „managen“: daran sollten wir uns öfter erinnern. Vielmehr befinden wir uns in einem stetigen Prozess der Wissensaneignung und auch –enteignung: wird etwas nicht gebraucht und angewendet, vergessen wir es wieder, das kennen Sie bestimmt. Wie verwandeln wir nun also ständig neue Informationen in Wissen, das wir direkt nutzen können?

Aber der Reihe nach: betrachtet man gängige Modelle zum Beispiel die Wissenstreppe von Klaus North oder die DIKW Pyramide, wird schnell klar, dass es nicht damit getan ist, Mitarbeitern nur neues Wissen zu vermitteln. Interessant ist, dass diese Modelle bereits Ende der 1980er und Anfang der 2000er Jahre entwickelt wurden, während Themen wie Performance und 70/20/10 erst jetzt langsam im Unternehmen Einzug halten.

 

Die Masse der Informationen, der Outcome und das Problem dahinter

Ein Modell, das mich in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist die DIKW Pyramide. DIKW steht für Data, Information, Knowledge und Wisdom und den Modellen aus den 1980er Jahren zufolge ist der Unterschied zwischen den Daten, die unten hinein fließen und dem Outcome (der Weisheit, Performance) nicht signifikant unterschiedlich. Das hat mich nachdenklich gemacht, denn es scheint sich in den letzten Jahren massiv verschoben zu haben. Die Menge an Daten, die täglich auf uns einwirken und die Menge an Wissen, das bei uns hängen bleibt, liegen mittlerweile ein ganzes Stück weiter auseinander. Geht es Ihnen nicht auch so? Wie viele von den Informationen, die Sie heute Morgen aufgenommen haben, könnten Sie jetzt ad hoc wiedergeben?

Unser Unternehmensalltag hat sich verändert (Enterprise Social Networks, Instant Communication, etc.) und hat dazu geführt, dass die Anzahl der Daten und Informationen signifikant zunimmt. Diese prasseln auf die Mitarbeiter ein, wodurch es immer schwieriger wird, das notwendige Wissen herauszuziehen, geschweige denn in Performance zu kommen. Voreilige Schlüsse, dass es nicht mehr notwendig ist, Menschen ihr Wissen in sozialen Netzwerken teilen zu lassen, sind an dieser Stelle zu voreilig. Vielmehr sollte der Schluss ein Umdenken hin zu einer zielgerichteteren Aufarbeitung von Inhalten für alle Mitarbeiter sein.

Die DIKW Pyramide in den 2000er Jahren und Heute

 

Meiner Einschätzung nach gibt es zwei Anknüpfungspunkte:

  1. Eine Verringerung der Anzahl der Daten und Informationen, die auf die Mitarbeiter einwirken.
  2. Eine Verstärkung der Wissens- und Performance-Basis

 

Was heißt das genau?

Unternehmen müssen es schaffen, das Wissensdreieck zu einem zielgerichteteren Wissensrechteck „umzubauen“. Die Menge an Daten und Informationen, die unten hinein „geworfen“ werden, sollten im besten Fall als Weisheiten bei den Mitarbeitern herauskommen. Dazu ist es notwendig, dass zum Einen nicht mehr alle Daten und Informationen bei den Mitarbeitern ankommen und zum Anderen das Wissen, welches die Mitarbeiter erhalten, schneller in Performance gebracht wird.

Verschiebung hin zu einem Wissensrechteck

 

Im Unternehmen stehen dafür eine Reihe an Werkzeugen bereit, die den einzelnen Punkten des neuen Rechteckes zugeordnet werden können. Ein paar davon habe ich anbei zusammengefasst.

Menge an Daten und Informationen verkleinern:

  • Infromationsflut eindemmen/Wissen aufbauen: Upcycling von Wissen: Wie bereits im Blogbeitrag zum Thema beschrieben, sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, Inhalte wiederzuverwenden und/oder ggf. neu zu strukturieren.
  • Informationsflut eindemmen/Wissen aufbauen: Der Fachexperte als Filter: Fachbereiche im Unternehmen wissen oft am Besten, welche Inhalte für Ihre Abteilung oder die Kollegen relevant sein können. Nach dem Prinzip des „Learner as Creator“ sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit an die Hand geben, Wissen als intelligente Pfade zur Verfügung stellen zu können. Das nicht nur mit Inhalten innerhalb der Plattform, sondern auch außerhalb.
  • Wissen aufbauen: Künstliche Intelligenz: Klingt hochtrabend, beginnt jedoch schon bei einfachen Sachen. So sollte mir ein System aufgrund verschiedener Parameter Inhalte anzeigen, die mich auch interessieren könnten, ohne, dass ich explizit danach suchen muss. Im Besten Fall natürlich voll automatisch.
  • Mitarbeiter in Performance bringen: 70/20/10: Heutzutage reicht es nicht mehr aus, Mitarbeiter in eine Schulung zu schicken. Spätestens mit dem Aufkommen des 70/20/10 Bewusstseins sollte dies vielen Unternehmen auch klar sein. Mitarbeiter müssen in Performance gebracht werden, am Besten durch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln. Moderne Tools wie SmarterPath,  Epilogue oder UserLane unterstützen dies.

 

Sehen Sie das genauso? Gern würde ich mit Ihnen in einen Austausch zu meinen Gedanken treten. Schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht per E-Mail, LinkedIn oder Twitter. Ich freue mich auf ihre Kommentare!

 

 

Über die Autorin

Sandra Brückner hat Wirtschaftsinformatik and der Technischen Universität in Dresden studiert. Sie arbeitet seit 2012 als Social Business Consultant, ist seit Januar 2014 bei der Pokeshot und seit über zwei Jahren Chief Product Officer für alle Social Business Anwendungen.

 

 

 

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